REVIEW FESTIVAL: „Sie glauben an Engel, Herr Drowak?“
Insbesondere visuell beeindruckende Tragikomödie, die Themen wie Liebe, Alkoholismus und Einsamkeit aufgreift. Am 19. Januar eröffnet der Film das Festival Max Ophüls Preis, einen Monat später, am 19. Februar, startet er bundesweit in den Kinos. Hier unsere Besprechung.
Gesellschaft bekommt Hugo Drowak (Karl Markovics) fast nur von seinen Flaschen und den Ratten, die bei ihm hausen. Das kleine Zimmer, in dem er lebt, scheint zu einem Großteil aus all jenen Bier- und Schnapsflaschen zu bestehen, mit denen er versucht, seine Einsamkeit zu ertränken. Ab und an unterhält er sich mit einem kleinen Mädchen auf einer Bank vor dem Betonklotz, in dem er wohnt, oder bekommt Besuch von seinem Nachbarn Edgar (Dominique Pinon), der sich selbst als sein bester Freund bezeichnet. Doch auf die meisten wirkt er einfach nur wie ein verbitterter alter Mann, der ungebetene Gäste auch gerne mal mit selbstgemachten „Pissbomben“ bewirft. Doch was fehlt in einem Film über einen grantigen alten Mann? Ganz genau, eine Kontrastfigur, die vielleicht doch einen Funken Lebensfreude aus ihm hervorkitzeln kann. Die findet sich in der stets gut gelaunten, optimistischen Studentin Lena Jakobi (Luna Wedler), die außerdem ein besonderes Faible für Puppenspiel hat. Nichts kann ihrer guten Laune etwas anhaben, auch nicht das mit Gerümpel vollgestellte, verstaubte Treppenhaus, durch das sie sich erst einmal kämpfen muss, um sich auf eine Stelle als Schreibtrainerin zu bewerben. Im Rahmen eines sozialen Projekts des Amtes für Ruhe und Ordnung sollen verbitterte, einsame Menschen mithilfe von verschiedenen Kursen wieder ihre Lebensfreude zurückbekommen und in die Gesellschaft integriert werden. Für den Schreibkurs hat sich jedoch nur eine einzige Person angemeldet: Hugo Drowak.
