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Kino

23 Prozent der Cinemaxx-Anteile werden verkauft

Lediglich 23 Prozent des Grundkapitals bietet die Cinemaxx AG bei ihrem Börsengang auf dem freien Markt an. Vorstand Hans-Joachim Flebbe bleibt somit weiterhin Hauptanteilseigner. Die erste Notierung findet am 20. Juli statt.

Dirk Bonengel13.07.1998 22:00

Am 13. Juli wurden in Frankfurt am Main die offiziellen Bedingungen des ersten Börsengangs eines deutschen Kinounternehmers vorgestellt. In der Zeit vom 14. bis 15. Juli konnten die 2,3 Mio. Aktien, die einen rechnerischen Gesamtwert von 11,5 Mio. Mark haben, im Rahmen des Bookbuilding-Verfahrens gezeichnet werden. Sie stellen 23 Prozent des Grundkapitals dar, von dem der bisherige Alleineigentümer Hans-Joachim Flebbe mit 67,9 Prozent weiter die deutliche Mehrheit hält. Als weiterer Aktionär ist die die Beteiligungsgesellschaft der deutschen Wirtschaft (BdW) mit 9,1 Prozent beteiligt. Die Notizaufnahme zum amtlichen Handel an der Frankfurter Wertpapierbörse ist für 20. Juli vorgesehen. Im Aufsichtsrat werden u.a. Helmut Markwort (Focus), Roland Oetker (Oetker-Gruppe) und Hans Hermann Münchmeyer sitzen.

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Durch den Börsengang will Cinemaxx seine Expansion im Multiplex-Bereich finanzieren. Derzeit beträgt der Marktanteil bei Multiplexen nach Leinwänden 23 Prozent, nach Besucherzahlen 30 Prozent. "Bis zum Ende diesen Jahres wollen wir Marktführer Ufa als die Nummer Eins der Branche ablösen", sagte Hans-Joachim Flebbe. Insgesamt will die Gruppe 1998, 1999 und 2000 mehr als 100 Mio. Mark in neue Kinos investieren, "Cinemaxx ist das Viagra der Kinobranche", meinte Flebbe selbstbewußt.

Der Gesamtumsatz, so die Prognose von Finanzvorstand Michael Pawlowski soll in diesem Jahr auf 274 Mio. Mark steigen (1997: 200 Mio. Mark). Am stärksten zunehmen dürften die Erlöse aus der Gastronomie, die um 50,2 Prozent auf 52,6 Mio. Mark steigen sollen. In den nächsten Jahren strebt Cinemaxx eine zweistellige Wachstumsrate pro Jahr an. Bis zum Jahr 2000 soll der Umsatz auf 472 Mio. Mark wachsen, bei einer Steigerung des Jahresüberschusses vor Steuern von 6,8 Mio. Mark 1998 auf 40 Mio. Mark im Jahr 2000. Neben den schon bekannten Projekten in der Schweiz, Österreich und der Türkei werden derzeit 15 Standorte in Polen sondiert, einer steht kurz vor dem Vertragsabschluß, Baubeginn soll noch in diesem Jahr sein. Darüber hinaus sind Multiplexe im slowakischen Bratislawa und tschechischen Prag geplant und selbst in London will Flebbe aktiv werden.

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